Rechtsprechung zum Mietrecht

Wir haben im Folgenden interessante und aktuelle Auszüge aus der Rechtsprechung deutscher Gerichte zum Bereich des Mietrechts für Sie zusammengestellt. Die Übersicht ist chronologisch geordnet, wird ständig aktualisiert und soll Ihnen als erste Orientierungshilfe dienen. Ausgewählte Leitsätze, deren Veröffentlichungen vor dem Jahr 2009 liegen, finden Sie unter dem Menüpunkt "Archiv".

Wir weisen darauf hin, dass es sich ausnahmslos um nicht öffentliche Leitsätze handelt, die eine auf den konkreten Einzelfall bezogene Rechtsberatung nicht ersetzen können.

 

Heizkostenabrechnung darf nicht nach dem Abflussprinzip erstellt werden

Die Heizkosten sind nach dem tatsächlichen Verbrauch abzurechnen. Eine Abrechnung anhand der Vorauszahlungen an den Versorger widerspricht der Heizkostenverordnung und ist unzulässig.

BGH, Urteil vom 01.02.2012, VIII ZR 156/11

 

Position "Center-Management" ist unwirksam

Eine Formularklausel im Gewerberaummietvertrag, die dem Mieter eines Ladenlokals in einem Einkaufszentrum als Nebenkosten zusätzlich zu den Kosten der „Verwaltung“ nicht näher aufgeschlüsselte Kosten des „Center-Managements“ gesondert auferlegt, ist intransparent und daher unwirksam.

BGH, Urteil vom 03.08.2011

 

Dauerhaft unpünktliche Mietzahlung ist Kündigungsgrund

Zahlt der Mieter die Miete dauerhaft und wiederholt zu spät, obwohl ihn der Vermieter zur pünktlichen Zahlung aufgefordert hat, kann der Vermieter den Mietvertrag fristlos kündigen.

BGH, Urteil vom 01.06.2011

 

Schönheitsreparaturen beim Aufeinandertreffen von Individual- und Formularklausel

Ein zur Unwirksamkeit einer Formularklausel führender sogenannter Summierungseffekt aufgrund des Zusammentreffens zweier – jeweils für sich genommen – unbedenklicher Klauseln kann auch dann vorliegen, wenn nur eine der beiden Klauseln formularmäßig, die andere dagegen individuell vereinbart worden ist. Ist in einer derartigen Konstellation die Pflicht zur Übernahme von Schönheitsreparaturen formularvertraglich vereinbart und eine zusätzliche Endrenovierungspflicht individualvertraglich, führt dies gem. § 139 BGB zur Unwirksamkeit der gesamten Regelung.

AG Mannheim, Urteil vom 20.05.2011

 

Anpassung der Betriebskostenvorauszahlungen aufgrund der letzten Abrechnung

Nach einer Betriebskostenabrechnung ist eine Anpassung der Vorauszahlungen auch dann möglich, wenn bereits die folgende Abrechnungsperiode abgelaufen, aber noch nicht abgerechnet ist. Die Anpassung ist nur für die Zukunft möglich.

BGH, Urteil vom 18.05.2011

 

Keine Aufrechnung mit Mietzinsforderungen gegenüber Kautionsfreigabeanspruch

Der Vermieter kann gegen den Anspruch des Mieters auf Freigabe eines verpfändeten Sparkontos als Mietsicherheit mit einen Zahlungsanspruch nicht aufrechnen, weil es insoweit an der Gleichartigkeit beider Ansprüche im Sinne von § 387 BGB fehlt.

KG Berlin, Beschluss vom 09.05.2011

 

Klage auf künftige Leistung ist bei erheblichem Mietrückstand zulässig

Eine Zahlungsklage auf eine zukünftige Leistung ist zulässig, wenn der Mieter in erheblichem Umfang seiner Zahlungspflicht aus dem Mietverhältnis nicht nachgekommen ist.

BGH, Urteil vom 04.05.2011

 

Erstattungsanspruch für Renovierungskosten bei unwirksamer Schönheitsreparaturklausel verjährt nach sechs Monaten

Die in § 548 Abs. 2 BGB enthaltene Verjährungsfrist von sechs Monaten ab Beendigung des Mietverhältnisses erfasst auch den Erstattungsanspruch eines Mieters für Kosten einer Renovierung, die dieser infolge einer unerkannt unwirksamen Schönheitsreparaturklausel vorgenommen hat.

BGH, Urteil vom 04.05.2011

 

Vermieter kann Verwaltungskosten auf Gewerbemieter abwälzen

In einem gewerblichen Mietverhältnis kann der Vermieter den Mieter auch durch Formularvertrag verpflichten, die Kosten für die Hausverwaltung zu tragen.

BGH, Urteil vom 04.05.2011

 

Verwertung der Kaution auch nach Veräußerung des Mietobjektes

Ein Vermieter kann eine Kaution auch dann noch zur Deckung seiner rechtskräftig festgestellten Forderung verwerten, wenn er das Mietobjekt bereits veräußert und übereignet hat, sofern sich die Kaution noch in seinem Vermögen befindet.

OLG Frankfurt/Main, Urteil vom 15.04.2011

 

Betriebskostenabrechnung - Korrektur zulasten des Mieters trotz Fristablauf

Nach Ablauf der Abrechnungsfrist kann der Vermieter eine Betriebskostenabrechnung nach § 556 Abs. 3 Satz 3 BGB nicht mehr zulasten des Mieters ändern. In besonderen Ausnahmefällen kann es aber nach Treu und Glauben dem Mieter verwehrt sein, sich bei offensichtlichen Fehlern auf diese Frist zu berufen.

BGH, Urteil vom 30.03.2011

 

Mietminderung trotz Auszugs möglich

Die Miete ist auf Null gemindert, wenn der vertragsgemäße Gebrauch der Mietsache wegen Renovierungsarbeiten des Vermieters vollständig aufgehoben ist. Dies gilt auch für den Fall, dass der Mieter bei noch laufendem Mietvertrag schon ausgezogen ist.

KG Berlin, Urteil vom 10.03.2011

 

Schadensersatzanspruch gegen lärmenden Mieter verjährt nach drei Jahren

Der Schadensersatzanspruch des Vermieters gege einen lärmenden Mieter wegen der berechtigten Mietminderungen der anderen Mieter unterliegt nicht der kurzen Verjährungsfrist des § 548 BGB, sondern verjährt nach § 185 BGB in drei Jahren.

AG Bremen, Urteil vom 09.03.2011

 

Anspruch auf Rückzahlung der kompletten Vorauszahlungen

Die Rückzahlung seiner kompletten Vorauszahlungen kann der Mieter nur verlangen, wenn der Vermieter bis zum Ablauf der auch im gewerblichen Mietrecht regelmäßig mit einem Jahr anzusetzenden Abrechnungsfrist keine Nebenkostenabrechnung erteilt hat und das Miet- oder Pachtverhältnis beendet ist.

OLG Düsseldorf, Beschluss vom 03.03.2011

 

Keine Verwirkung durch jahrelangen Verzicht auf Betriebskostennachzahlung

Verzichtet ein Vermieter wegen der schlechten finanziellen Verhältnisse des Mieters über Jahre hinweg auf die Geltendmachung von Betriebskostennachzahlungen, so begründet dieses Verhalten für die Zukunft keine Verwirkung.

AG Hagen, Urteil vom 23.11.2010

 

Ungeeichte Wasserzähler

Der Vermieter darf bei der Betriebskostenabrechnung auch Messwerte eines nicht geeichten Wasserzählers verwenden, wenn er nachweisen kann, dass die angezeigten Werte richtig sind.

BGH, Urteil vom 17.11.2010

 

Zurückbehaltungsrecht besteht erst nach Mangelanzeige

Ein Mieter darf wegen eines Mangels der Wohnung, von dem der Vermieter nichts weiß, Mietzahlungen erst zurückbehalten, wenn er dem Vermieter den Mangel angezeigt hat.

BGH, Urteil vom 03.11.2010

 

Vermieter kann dem für Gartenpflege zuständigen Mieter keine bestimmte Gartengestaltung vorschreiben

Überlässt der Vermieter die Gartenpflege einem Mieter, kann er diesem nicht im Einzelnen vorschreiben, wie der Garten gestaltet werden muss. Der Vermieter kann  nur dann auf Kosten des Mieters eine Gartenbaufirma beauftragen, wenn der Mieter seiner Pflicht zur Gartenpflege nicht nachkommt.

OLG Köln, Urteil vom 21.10.2010

 

Gekündigter Mieter muss notfalls zweimal umziehen

Ist ein Mieter verpflichtet, die Wohnung zu räumen, muss er dies innerhalb der Räumungsfrist auch dann tun, wenn ihm seine neue Wohnung erst (wenig) später zur Verfügung steht und ihm deshalb ein Doppelumzug droht.

LG Köln, Urteil vom 07.10.2010

 

Angabe von Personenbruchteilen in der Betriebskostenabrechnung

Eine Betriebskostenabrechnung nach Personenzahl ist auch dann formell ordnungsgemäß, wenn die Gesamtpersonenzahl mit einem Bruchteil (hier: 20,39) angegeben und nicht näher erläutert ist. Für die formelle Wirksamkeit muss die Abrechnung - ggfs. durch Belegeinsicht - nachvollziehbar sein, sie bedarf aber nicht der Erläuterung jedes Details.

BGH, Urteil vom 15.09.2010

 

Vermieter muss Bezugsquelle von Mietspiegel nicht nennen

Nimmt ein Vermieter bei einer Mieterhöhung auf einen Mietspiegel Bezug , muss er den Mieter nicht darauf hinweisen, wo sich der Mieter den Mietspiegel beschaffen kann.

BGH, Beschluss vom 31.08.2010

 

Erläuterung auch außerhalb der Betriebskostenabrechnung möglich

Bedarf eine Betriebskostenabrechnung einer Erläuterung, damit sie nachvollzogen werden kann und somit den an sie zu stellenden Mindestanforderungen genügt, sind auch Erläuterungen zu berücksichtigen, die der Vermieter dem Mieter außerhalb der Abrechnung - vor Ablauf der Abrechnungsfrist - erteilt hat, zum Beispiel im Mietvertrag, in einer vorausgegangenen Abrechnung oder auf Nachfrage des Mieters.

BGH, Urteil vom 11.08.2010

 

Vorwegabzug ist keine Mindestanforderung an Betriebskostenabrechnung

Bei der Abrechnung der Betriebskosten für ein teils gewerblich, teils zu Wohnzwecken genutztes Gebäude gehört die Vornahme eines Vorwegabzugs für die gewerbliche Nutzung selbst dann nicht zu den an eine Abrechnung zu stellenden Mindestanforderungen, wenn durch die gewerbliche Nutzung ein erheblicher Mehrverbrauch verursacht wird und deshalb ein solcher Vorwegabzug geboten ist.

BGH, Urteil vom 11.08.2010

 

Kein Anspruch des Vermieters gegen die ARGE

Trotz Erklärung der ARGE gegenüber dem Vermieter, dass sie die Miete für einen bedürftigen Mieter direkt an den Vermieter überweist, hat der Vermieter grundsätzlich keinen eigenen Zahlungsanspruch gegen die ARGE.

OLG Düsseldorf, Urteil vom 27.07.2010

 

Betreuer haftet nicht für „Messie“

Ein Betreuer, der für eine Person, die unter einem Sammelwahn leidet, einen Mietvertrag abschließt, dem Vermieter die Sammelwut aber verschweigt, haftet dem Vermieter grundsätzlich nicht auf Schadensersatz. Ihn trifft weder eine Aufklärungspflicht noch muss er den Mieter beaufsichtigen und dafür sorgen, dass dieser Ordnung hält.

OLG Düsseldorf, Urteil vom 16.07.2010

 

Kosten von Schönheitsreparaturen bei unwirksamer Klausel

Erbringt der Mieter Schönheitsreparaturen auf der Grundlage einer unwirksamen Renovierungsklausel, kann er die Kosten vom Vermieter erstattet verlangen. Der bereicherungsrechtliche Anspruch des Mieters unterliegt jedoch der 6-monatigen Verjährung gemäß § 548 Abs. 2 BGB.

LG Freiburg, Urteil vom 15.07.2010

 

Verschwundener Mieter - kein Recht zur Selbsthilfe

Auch wenn ein Vermieter gekündigt hat und dem Mieter an der Wohnung kein vertragliches Besitzrecht mehr zusteht und er die Wohnung seit längerem nicht mehr bewohnt, muss der Vermieter bei einem verschwundenen Mieter - notfalls per öffentlicher Zustellung - eine Räumungsklage einreichen. Räumt der Vermieter die Wohnung stattdessen eigenmächtig, muss er auch für den daraus entstehenden Schaden (hier geltend gemacht: 62.000 EUR) aufkommen.

BGH, Urteil vom 14.07.2010

 

Keine Kündigung wegen offener Prozesskostenerstattung aus Räumungsprozess

Ein Vermieter kann einen Wohnraummietvertrag nicht deshalb kündigen, weil der Mieter die Prozesskosten eines früheren, auf Zahlungsverzug gestützten Räumungsprozesses nicht begleicht. Die Vertragsverletzung erreicht nicht die für eine Kündigung erforderliche Erheblichkeitsschwelle.

BGH, Urteil vom 14.07.2010

 

Sonnabend ist kein Werktag

Bei der Frist zur Zahlung der Miete bis zum dritten Werktag eines jeden Monats wird der Sonnabend nicht mitgezählt.

BGH, Urteil vom 13.07.2010

 

Unpünktliche Mietzahlung durch die ARGE

Hat ein Mieter nicht selbst alles dafür getan, um die pünktliche Mietzahlung durch die ARGE zu gewährleisten, kann er durch die unpünktlichen Zahlungen der ARGE in Verzug.

LG Bonn, Beschluss vom 09.07.2010

 

Keine Berücksichtigung von Wohnwertverbesserungen durch den Wohnungsmieter bei einer Mieterhöhung

Wohnwertverbesserungen, die ein Wohnungsmieter vorgenommen und finanziert hat, sind bei der Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmiete im Rahmen von Mieterhöhungsverlangen im Regelfall nicht zu berücksichtigen.

BGH, Urteil vom 07.07.2010

 

Mietverhältnis zwischen Ehegatten

Schließen Ehegatten einen Mietvertrag, um steuerlich günstiger zu stehen, so müssen die Vertragsbedingungen dem zwischen Fremden Üblichen entsprechen und die Vereinbarung muss auch tatsächlich durchgeführt werden. Das Mietverhältnis ist steuerlich nicht anzuerkennen, wenn der als Vermieter auftretende Ehegatte die Miete zeitnah auf ein anderes Konto seines Ehepartners erstattet.

FG Düsseldorf, Urteil vom 25.06.2010

 

Kurze Verjährung gilt auch für Ersatzansprüche aus gerichtlichem Vergleich

Ersatzansprüche des Vermieters wegen Verschlechterung oder Veränderung der Mietsache verjähren auch dann in der kurzen Verjährungsfrist des § 548 Abs. 1 BGB, wenn die Mietvertragsparteien in einem vorangegangenen Räumungsprozess einen Vergleich geschlossen haben, in dem sich der Mieter verpflichtet hat, von ihm genutzte Teilflächen des Grundstücks zu räumen, die nicht Gegenstand des Mietverhältnisses waren.

BGH, Urteil vom 23.06.2010

 

Mietspiegel der Nachbarstadt kann zur Begründung einer Mieterhöhung ausreichen

Wenn es für die Stadt, in der sich die Mietwohnung befindet, keinen Mietspiegel gibt, kann ein Vermieter sein Mieterhöhungsverlangen auf einen für die Nachbarstadt erstellten Mietspiegel stützen.

BGH, Urteil vom 16.06.2010

 

Erhöhung der Betriebskostenvorauszahlungen ist auch bei verspäteter Abrechnung möglich

Die Nichteinhaltung der Abrechnungsfrist steht einer Anpassung der Vorauszahlungen nach § 560 Abs. 4 BGB nicht entgegen.

BGH, Urteil vom 16.06.2010

 

Dauerhaftes Lüften ist unzumutbar

Kann die Schimmelbildung in einer Wohnung nur durch dauerhaftes Lüften vermieden werden, widerspricht dies den Anforderungen an eine normale Wohnnutzung und eine Mietminderung (hier um 100 Prozent) ist gerechtfertigt.

AG München, Urteil vom 11.06.2010

 

Schönheitsreparaturen müssen in Eigenleistung durchführbar sein

Eine Klausel in einem Wohnraummietvertrag ist unwirksam, wenn dem Mieter die Pflicht zur Vornahme von Schönheitsreparaturen auferlegt wird, ohne dass ihm die Möglichkeit zur Vornahme dieser Arbeiten in Eigenleistung offen steht. Die Schönheitsreparaturen sind fachgerecht in mittlerer Art und Güte auszuführen.

BGH, Urteil vom 09.06.2010

 

Gewerbe-Vermieter kann Mietvertrag auf anderen übertragen

Der Vermieter von Gewerberäumen kann sich in Allgemeinen Geschäftsbedingungen das Recht vorbehalten, seine Stellung als Vermieter jederzeit auf eine andere Person zu übertragen.

BGH, Urteil vom 09.06.2010

 

Wohnung ist nicht mangelhaft, weil Mieter viel lüften muss

Wenn in einem alten Gebäude moderne, hochdichte Fenster eingebaut sind und deshalb ein besonders hoher Heiz- und Lüftungsbedarf besteht, ist dies kein Mangel, wenn der Mieter die Wohnung in Kenntnis der baulichen Gegebenheiten angemietet hat. Es ist allgemein bekannt, dass in älteren Gebäuden nach Einbau moderner Fenster einer Schimmelbildung durch besonderes Heiz- und Lüftungsverhalten entgegen gewirkt werden muss. Auf diese Notwendigkeit muss sich der Mieter bei einer entsprechenden Wohnung einstellen.

AG Nürtingen, Urteil vom 09.06.2010

 

Heizkostenabrechnung auf Schätzbasis

Eine Heizkostenabrechnung auf der Basis einer Schätzung ist nicht ordnungsgemäß, wenn offen bleibt, auf welcher Basis das Abrechnungsunternehmen den Verbrauchswert geschätzt hat. Die tatsächliche Ablesung eines Zählers muss sich im Wesentlichen mit dem Abrechnungszeitraum decken und darf nur geringfügige Über- oder Unterschreitungen aufweisen. Ein Ablesezeitpunkt von 10 Wochen nach dem Ende der Heizperiode ist nicht ordnungsgemäß.

AG Rendsburg, Urteil vom 04.06.2010

 

Für fristlose Kündigung ist Angabe der Höhe des Mietrückstandes ausreichend

Wenn ein Vermieter die fristlose Kündigung eines Mietverhältnisses auch auf frühere Rückstände stützt, genügt es zur formellen Wirksamkeit der Kündigung, dass der Mieter anhand der Begründung des Kündigungsschreibens erkennen kann, von welchem Mietrückstand der Vermieter ausgeht.

BGH, Urteil vom 12.05.2010

 

Einspruch für jedes Abrechnungsjahr neu erforderlich

Auch wenn ein Wohnungsmieter der Sache nach gleiche Einwendungen schon gegenüber früheren Betriebskostenabrechnungen geltend gemacht hat, muss er diese Einwendungen gegen eine vom Vermieter aktuell erstellte Betriebskostenabrechnung erneut innerhalb der dafür vorgesehenen Zwölf-Monats-Frist erheben.

BGH, Urteil vom 12.05.2010

 

Minderungsausschluss in Gewerberaummietvertrag möglich

Die Formularklausel in einem gewerblichen Mietvertrag,
«Der Mieter kann gegen die Miete weder aufrechnen noch ein Zurückbehaltungsrecht ausüben oder die Miete mindern. Hiervon ausgenommen sind Forderungen des Mieters wegen Schadensersatz für Nichterfüllung oder Aufwendungsersatz infolge eines anfänglichen oder nachträglichen Mangels, den der Vermieter wegen Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit nicht zu vertreten hat, und andere Forderungen aus dem Mietverhältnis, soweit sie unbestritten, rechtskräftig festgestellt oder entscheidungsreif sind»,
hält einer Inhaltskontrolle nach § 307 BGB stand. Der Minderungsausschluss gilt auch dann, wenn die mietvertraglichen Beziehungen der Parteien durch Veräußerung und Eintritt des Erwerbers in den Mietvertrag beendet sind.

OLG Düsseldorf, Urteil vom 06.05.2010

 

"Berliner Räumung" ist aus einem Zuschlagbeschluss nicht möglich

Aus einem Zuschlagbeschluss in der Zwangsversteigerung ist eine auf die Herausgabe der Wohnung beschränkte Räumungsvollstreckung ohne Wegschaffen der beweglichen Gegenstände ("Berliner Räumung") nicht zulässig.

LG Bonn, Beschluss vom 29.04.2010

 

Nachzahlung von Betriebskosten bei mehreren Mietern

Ein Vermieter kann von einem Mieter auch dann die Nachzahlung von Betriebskosten verlangen, wenn die Betriebskostenabrechnung nur dem in Anspruch genommenen Mieter, nicht aber auch den weiteren Mietern der Wohnung zugegangen ist, die ebenfalls Vertragspartner des Vermieters sind.

BGH, Urteil vom 28.04.2010

 

Nach Beendigung des Mietverhältnisses ist keine Minderung mehr möglich

Nach Beendigung des Mietverhältnisses infolge wirksamer Kündigung hat der Mieter keinen mehr Anspruch darauf, dass ihm die gemietete Sache mangelfrei zur Verfügung gestellt wird.

AG Eckernförde, Urteil vom 27.04.2010

 

Opfergrenze für den Vermieter bei Mängelbeseitigungsanspruch des Mieters

Die Verpflichtung des Vermieters zur Beseitigung eines Mangels endet dort, wo der dazu erforderliche Aufwand die «Opfergrenze» überschreitet.

BGH, Urteil vom 21.04.2010

 

Kostenvorschuss für Mangelbeseitigung

Verlangt der Mieter gemäß § 536a Abs. 2 BGB Kostenvorschuss für Maßnahmen, mit denen er die Mängel selbst beseitigen lassen will, so besteht ein solcher Anspruch nur dann, wenn die als Vorschuss verlangten Beseitigungskosten zur Mangelbeseitigung erforderlich sind. Wenn die Eignung der von ihm beabsichtigten Maßnahmen von der Ursache des Mangels abhängt, muss der Mieter die Mangelursache selbst feststellen lassen.

BGH, Urteil vom 21.04.2010

 

Widerspruch gegen eine stillschweigende Vertragsverlängerung

Ein bereits mit der Kündigung erklärter Widerspruch gegen eine stillschweigende Vertragsfortsetzung ist wirksam. Eines zeitlichen Zusammenhangs mit der Vertragsbeendigung bedarf es nicht.

BGH, Beschluss vom 21.04.2010

 

Mieterhöhung bei unwirksamer Schönheitsreparaturklausel

Bei öffentlich gefördertem, preisgebundenem Wohnraum ist der Vermieter berechtigt, die Kostenmiete einseitig um den Zuschlag nach § 28 Abs. 4 II. BV zu erhöhen, wenn die im Mietvertrag enthaltene Klausel über die Abwälzung der Schönheitsreparaturen auf den Mieter unwirksam ist.

BGH, Urteil vom 24.03.2010

 

Anspruch des Mieters auf Rückzahlung der Nebenkostenvorauszahlungen

Der Anspruch auf Rückzahlung der Nebenkostenvorauszahlungen wird fällig, wenn die Abrechnungsfrist erfolglos abgelaufen ist und das Mietverhältnis beendet ist. Die Entstehung und die Durchsetzbarkeit des Rückzahlungsanspruchs sind nicht davon abhängig, dass noch ein fälliger und durchsetzbarer Anspruch auf Erteilung der Nebenkostenabrechnung besteht.

KG Berlin, Urteil vom 22.03.2010

 

Umfang der Begründungspflicht bei Kündigung wegen Eigenbedarfs eines volljährigen Kindes

In der Kündigung wegen Eigenbedarfs für ein volljähriges Kind, das (erstmals) einen eigenen Hausstand gründen will, braucht nur dies ausgeführt zu werden. Es ist nicht erforderlich, die zur Zeit der Kündigung bestehenden konkreten Wohnverhältnisse darzustellen.

LG Bonn, Urteil vom 18.03.2010

 

Berücksichtigung von Leerstand bei der Betriebskostenabrechnung

Auch bei der Abrechnung von Betriebskosten nach dem Personenschlüssel muss der Vermieter bei ausschließlich verbrauchsabhängigen Kosten einen Wohnungsleerstand berücksichtigen.

LG Krefeld, Urteil vom 17.03.2010

 

Kosten für zerbrochenen Briefkastenschlüssel

Der Vermieter muss beweisen, dass der Mieter den Briefkastenschlüssel schuldhaft zerbrochen hat. Kann er das nicht, ist von Materialermüdung auszugehen und der Vermieter hat die Kosten für den Austausch des Schlosses zu tragen.

AG Halle, Urteil vom 17.03.2010

 

Haftung des Mieters für Verschulden seiner Umzugshelfer

Nimmt der Mieter zum Einzug in die Mietwohnung die Hilfe dritter Personen in Anspruch, so haftet er gemäß §§ 278, 241 II, 280 BGB für die von diesen Personen schuldhaft verursachte Verletzung des Eigentums des Vermieters.

AG Gummersbach, Urteil vom 15.03.2010

 

Keine Toleranzschwelle für Minderung bei «ca.-Wohnfläche» im Mietvertrag

Auch wenn die Wohnfläche mit einer «ca.»-Angabe versehen ist, liegt ein zur Mietminderung berechtigender Mangel vor, wenn die tatsächliche Fläche mehr als 10 Prozent unter der vereinbarten Quadratmeterzahl liegt. Für die Berechnung der Minderung ist die prozentuale Unterschreitung der vereinbarten Quadratmeterzahl maßgebend und nicht die um eine Toleranzspanne verringerte Flächenabweichung.

Bundesgerichtshof, Urteil vom 10.03.2010

 

Fehlende Papiertonne berechtigt nicht zur Minderung

Ein Mieter kann die Miete nicht deshalb mindern, weil ihm keine Altpapiertonne zur Verfügung steht.

AG Hamburg-Blankenese, Urteil vom 19.02.2010

 

Keine Verjährung des Anspruchs auf Mangelbeseitigung während der Mietzeit

Der Anspruch des Mieters auf Mangelbeseitigung ist während der Mietzeit unverjährbar.

BGH, Urteil vom 17.02.2010

 

Nebenkostenabrechnung bei der Gewerberaummiete

Der Vermieter von Gewerberaum verliert grundsätzlich auch dann nicht den Anspruch auf Ausgleich einer erstellten Abrechnung, wenn er die einjährige Abrechnungsfrist erheblich überschreitet. § 556 Abs. 3 BGB, der eine Abrechnung binnen zwölf Monaten nach Ablauf des Abrechnungszeitraumes verlangt, ist auf die Geschäftsraummiete nicht anwendbar.

BGH, Urteil vom 27.01.2010

 

Betriebskostenabrechnung - Kein Anspruch auf Übersendung von Belegkopien

Der Mieter preisfreien Wohnraums hat grundsätzlich keinen Anspruch gegen den Vermieter auf Überlassung von Fotokopien der Abrechnungsbelege zur Betriebskostenabrechnung. Im Rahmen der Einsichtnahme in die Abrechnungsunterlagen ist der Mieter aber berechtigt, die Unterlagen abzufotografieren oder selbst Kopien von den Belegen zu fertigen, z. B. durch ein mitgebrachtes tragbares Handkopiergerät.

BGH, Beschluss vom 19.01.2010

 

Schadensersatz bei Kündigung durch Anwalt ohne Vollmachtsvorlage

Kündigt der Vermieter ein Mietverhältnis mit Anwaltsschreiben ohne Vorlage der Vollmachtsurkunde, verletzt er hierdurch den Mietvertrag und ist verpflichtet, dem Mieter die Rechtsanwaltskosten für die Abwehr der Kündigung zu erstatten.

AG Berlin-Tiergarten, Urteil vom 14.01.2010

 

Parketterneuerung ist keine Schönheitsreparatur

Das Abziehen und Wiederherstellen einer Parkettversiegelung sowie der Außenanstrich von Türen und Fenstern sind keine Schönheitsreparaturmaßnahmen im Sinne von § 28 IV 3 II. BV. Wegen der Einheitlichkeit der Schönheitsreparaturen ist eine Mietvertragsklausel, die entsprechende Verpflichtungen enthält, insgesamt unwirksam.

BGH, Urteil vom 13.01.2010

 

Eigenbedarfskündigung und Schadensersatz

Ein zu Unrecht wegen Eigenbedarfs gekündigter Mieter kann Schadensersatz für die von ihm aufgewendeten Maklerkosten und in Höhe der Mietdifferenz für seine neue, teurere Wohnung sowie eine Entschädigung in Geld beanspruchen, wenn der Anspruch auf Wiedereinräumung der Wohnung nicht durchsetzbar ist.

BGH, Urteil vom 16.12.2009

 

Kein eigenständiges Besitzrecht gegenüber Lebenspartner als vertraglichem Wohnungsmieter

Der vertragslos mitwohnende nichteheliche Lebensgefährte hat kein eigenständiges Besitzrecht gegenüber seinem mietvertraglich gebundenen Partner. Er hat die Wohnung nach Aufforderung und gegebenenfalls nach angemessener Auslauffrist zu räumen.

AG Neuruppin, Urteil vom 04.12.2009

 

Nachforderung aus Betriebskostenabrechnung

Der Nachzahlungsanspruch eines Vermieters aus einer Betriebskostenabrechnung setzt voraus, dass dem Mieter innerhalb der einjährigen Abrechnungsfrist des § 556 Absatz III 2 BGB eine formell ordnungsgemäße Abrechnung zugegangen ist. Formell ordnungsgemäß ist eine Betriebskostenabrechnung, wenn sie eine geordnete Zusammenstellung der Einnahmen und Ausgaben enthält. In die Abrechnung bei Gebäuden mit mehreren Wohneinheiten sind regelmäßig folgende Mindestangaben aufzunehmen: eine Zusammenstellung der Gesamtkosten, die Angabe und – soweit erforderlich – Erläuterung der zu Grunde gelegten Verteilerschlüssel, die Berechnung des Anteils des Mieters und der Abzug seiner Vorauszahlungen.

BGH, Urteil vom 25.11.2009

 

Vermieter darf Kosten für Öltankreinigung auf Mieter umlegen

Vermieter dürfen die Kosten für die Reinigung des Öltanks auf die Mieter umlegen. Die Kosten müssen nicht auf die Abrechnungen mehrerer Jahre verteilt werden.

Bundesgerichtshof, Urteil vom 11.11.2009

 

Vermieter darf Preisspanne bei Mieterhöhung voll ausnutzen

Der Vermieter darf bei einer Mieterhöhung die Spanne der ortsüblichen Vergleichsmiete nach oben komplett ausnutzen.

Bundesgerichtshof, Urteil vom 21.10.2009

 

Wenn Jobcenter bei Mietanweisung trödelt, darf Vermieter nicht kündigen

Eine fristlose Kündigung wegen unpünktlicher Mietzahlungen ist nicht zulässig, wenn diese vom Jobcenter, das die Zahlung der Miete übernommen hat, verschuldet sind.

Bundesgerichtshof, Urteil vom 21.10.2009

 

Videoüberwachung des Mietshauseingangs ist nur ausnahmsweise zulässig

Die Videoüberwachung eines Hauseingangs greift erheblich in das Persönlichkeitsrecht der Mieter ein und ist nur dann gerechtfertigt, wenn sie zur Abwehr schwerwiegender Beeinträchtigungen erforderlich ist und eine drohende Rechtsverletzung anderweitig nicht verhindert werden kann.

AG München, Urteil vom 16.10.2009

 

Wegnahmerecht des Mieters auch bei wesentlichen Bestandteilen

Für das Wegnahmerecht des Mieters ist ohne Belang, ob die Einbauten zu einem vorübergehenden Zweck erfolgten und im Eigentum des Mieters blieben oder als bauliche Veränderungen zu wesentlichen Bestandteilen der Mietsache wurden und deshalb in das Eigentum des Vermieters übergingen. Beschädigungen an den vom Mieter eingebauten Sachen können daher nicht zu einem Schadensersatzanspruch des Vermieters führen.

OLG Düsseldorf, Beschluss vom 05.10.2009

 

Kein Anspruch Mietschuldenfreiheitsbescheinigung

Ein Mieter kann von seinem ehemaligen Vermieter keine «Mietschuldenfreiheitsbescheinigung» verlangen, die über eine Quittung für die erhaltenen Mietzahlungen hinausgeht.

BGH, Urteil vom 30.09.2009

 

Mietspiegel muss nicht beigefügt werden

Der Vermieter muss einem Mieterhöhungsverlangen den Mietspiegel auch dann nicht beilegen, wenn der Mietspiegel nicht kostenlos, sondern gegen eine geringe Schutzgebühr bei den örtlichen Mieter- und Vermietervereinigungen erhältlich ist.

BGH, Urteil vom 30.09.2009

 

Unpünktliche Mietzahlung – Klage auf zukünftige Leistung

Anlass zur Klage des Vermieters auf künftige Leistung gibt ein Mieter, der zwar die vertraglich vereinbarte Leistungszeit nicht ausdrücklich bestreitet, der aber unbeeindruckt von den wiederholten außergerichtlichen Aufforderungen des Vermieters durchgehend und ständig die Leistungszeit überschreitet. Für die Rechtzeitigkeit der Mietzahlung genügt es nicht, die Leistungshandlung (etwa die Erteilung des Überweisungsauftrags) bis zum vereinbarten Kalendertag vorzunehmen, weil der Vermieter an diesem Tage über den Zahlbetrag verfügen können muss.

OLG Düsseldorf, Beschluss vom 28.09.2009

 

Kein Schuldanerkenntnis durch Ausgleich einer Betriebskostenabrechnung

Die Zahlung auf eine Betriebskostenabrechnung stellt kein Schuldanerkenntnis und auch keinen Verzicht auf Einreden dar, der spätere Korrekturen der Abrechnung ausschließen würde.

LG Bielefeld, Urteil vom 23.09.2009

 

Betriebskostenabrechnung - Belegeinsicht

Der Mieter kann im laufenden Mietverhältnis nicht die Rückzahlung sämtlicher Nebenkostenvorauszahlungen verlangen, wenn der Vermieter zwar abgerechnet hat, aber keine zumutbare Einsichtnahme in die Belege ermöglicht.

LG Bonn, Urteil vom 17.09.2009

 

Abwälzung der Instandhaltungspflicht auf den Mieter

Durch eine Individualvereinbarung kann dem Mieter auch die Pflicht zur Instandhaltung des vertragsgegenständlichen Grundstücks übertragen werden, insbesondere im Bedarfsfalle Reparaturen an Dach, Außenmauerwerk, Rohrleitungen im Außenmauerwerk, Außenfassade, tragenden Wänden, Fundament, Rohrleitungen im oder unter dem Fundament im Keller und Geschossdeckenbereich sowie an sämtlichen Fenstern durchzuführen.

OLG Rostock, Urteil vom 10.09.2009

 

Umlegung verbrauchsunabhängiger Kostenbestandteile bei der Wasserversorgung nach Verbrauch ist unzulässig

Die Umlegung (auch) verbrauchsunabhängiger Kostenbestandteile bei der Wasserversorgung nach Verbrauch benachteiligt den Mieter unangemessen und ist daher nicht zulässig.

Oberlandesgericht Dresden, Urteil vom 25.06.2009

 

«ca.-Angabe» einer Wohnfläche

Bei einer «ca.-Angabe» einer Wohnfläche ist die Sollbeschaffenheit der Wohnfläche mit einer Toleranz von +/- 5 Prozent zu bestimmen. Dieser Wert ist der Bezugspunkt für die Berechnung der Minderung.

LG Aachen, Urteil vom 22.05.2009

 

Schadensersatzanspruch des Mieters bei vorgetäuschtem Eigenbedarf

Einem Mieter, der auf eine Kündigung wegen eines vorgetäuschten Eigenbedarfs hin auszieht, stehen Schadensersatzansprüche wegen unberechtigter Kündigung auch dann zu, wenn die Kündigung zwar formell unwirksam ist, der Vermieter ihm den Eigenbedarf aber schlüssig dargetan und er keine Veranlassung hatte, die Angaben des Vermieters in Zweifel zu ziehen. Der Schadensersatzanspruch wird nicht dadurch ausgeschlossen, dass er sich mit dem Vermieter auf eine einvernehmliche Beendigung des Mietverhältnisses einigt.

Bundesgerichtshof, Urteil vom 08.04.2009

 

Formelle Anforderungen an ein Mieterhöhungsverlangen

Nimmt der Vermieter zur Begründung seines Mieterhöhungsverlangens auf einen Mietspiegel Bezug und bietet er dabei dem Mieter die Einsichtnahme des Mietspiegels in den Räumen seines Kundencenters am Wohnort des Mieters an, bedarf es einer Beifügung des Mietspiegels nicht.

Bundesgerichtshof, Urteil vom 11.03.2009

 

Vermieter darf während der Mietzeit keine Farbgestaltung vorgeben

Mietverträge dürfen keine Klauseln enthalten, mit denen dem Mieter für Renovierungen der Mieträume auch während der Mietzeit bestimmte Farben vorgegeben werden. Eine solche Klausel in einem Formularmietvertrag ist  unwirksam, weil sie den Mieter unzulässig in der Gestaltung seines persönlichen Lebensbereiches einschränkt. Regelt die Klausel auch die Endrenovierung, erfasst die Unwirksamkeit auch diesen Teil.

Bundesgerichtshof, Urteil vom 18.02.2009

 

Vermieter darf Außenanstrich von Fenstern und Türen nicht dem Mieter aufbürden

Eine Klausel über die Vornahme von Schönheitsreparaturen ist insgesamt unwirksam, wenn sie den Mieter dazu verpflichtet, auch den Außenanstrich von Türen und Fenstern vorzunehmen.

Bundesgerichtshof, Urteil vom 18.02.2009

 

Hiltlerbilder im Hausflur kein außerordentlicher Kündigungsgrund für Vermieter

Portraits von Adolf Hitler und Fotos von Menschen in Naziuniformen mit Hakenkreuzen im Flur eines Einfamilienhauses stellen keinen Grund für eine außerordentliche Kündigung der Mieter dar.

Amtsgericht München, Urteil vom 03.02.2009

 

Rechtzeitige Absendung der Betriebskostenabrechnung genügt nicht

Die rechtzeitige Absendung einer Betriebskostenabrechnung auf dem Postweg genügt nicht zur Wahrung der in § 556 Abs. 3 Satz 2 BGB geregelten Abrechnungsfrist von einem Jahr. Die Abrechnung muss dem Mieter innerhalb der Frist zugegangen sein. Bei zur Post gegebenen Briefen besteht kein Anscheinsbeweis für den Zugang der Sendung.

Bundesgerichtshof, Urteil vom 21.01.2009

 

Nachträgliche Endrenovierungsvereinbarung kann trotz unwirksamer Schönheitsreparaturklausel im Mietvertrag wirksam sein

Eine im Wohnungsübergabeprotokoll vereinbarte Endrenovierungsklausel ist nicht deshalb unwirksam, weil der Mietvertrag eine unwirksame Schönheitsreparaturklausel enthält. Der Vermieter darf eine solche Endrenovierungsabrede jedoch nicht mehrfach verwenden, sonst unterliegt auch sie der Inhaltskontrolle nach § 307 ff. BGB.

Bundesgerichtshof, Urteil vom 14.01.2009